Franz Bardon
Der Weg zum wahren Adepten
Franz Bardon Bardon - Studienkreis
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Fragen und Antworten

Wuppertal, 30. Januar 2002

Sehr geehrter Herr K ....

zu Ihrem Schreiben vom 29.1.2002 möchte ich folgendes anmerken. Die Hermetik ist nicht irgendeine schwere Wissenschaft, sondern die schwerste aller Wissenschaften. Auch ich spreche nur als Schüler, der nie einen persönlichen Lehrer hatte, sondern sich alles aus Büchern erarbeiten mußte. Es ist vielleicht nicht für jeden nötig, ein paar hundert Bücher zu verarbeiten, wie ich es getan habe, aber ein gewisses Maß an Literatur neben den drei Lehrwerken von Franz Bardon ist nach meiner Meinung unumgänglich. Insbesondere folgende Bücher werden von mir als Minimalstudium betrachtet:

Rudolf Steiner: Theosophie
Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?
R. Steiner: Anweisungen für eine esoterische Schulung.
R. Steiner: Offenbarungen des Karma.
R. Steiner: Die Philosophie der Freiheit.
Karl Brandler-Pracht: Lehrbuch zur Entwicklung der okkulten Kräfte.
Dr. Georg Lomer: Lehrbriefe zur geistigen Schulung.
Vivekananda: Raja-Yoga.
Arthur Avalon (J. Woodroffe): Die Schlangenkraft.
Arthur Avalon (J. Woodroffe): Shakti und Shakta
Shivananda: Sadhana
Shivananda: Mantra-Yoga
Coué, Emile: Autosuggestion.

Diese Bücher müssen natürlich nicht nur gelesen, sondern auch durch intensive Meditation verarbeitet werden. Wie ich aus vielen Briefen und Telefongesprächen weiß, macht die Erkenntnis der menschlichen Charaktereigenschaften und Temperamente den Schülern die größten Schwierigkeiten. Dies war auch bei mir der Fall, deshalb habe ich auch neben den oben genannten Werken einen Meter an Literatur über Psychologie und Psychiatrie verarbeitet. Ein Ergebnis dieser Studien finden Sie in meiner Homepage unter dem Stichwort „Okkulte Psychologie", um den Studenten den Anfang etwas zu erleichtern.

In jedem Fall ist der Charakterarbeit die größte Aufmerksamkeit zu widmen. Werden nämlich die Denk- und Elementekräfte durch Konzentrationsübungen verstärkt, so wirken sie mit gleicher Kraft auf die negativen wie auf die positiven Charaktereigenschaften. Sind somit grobe Charakterschwächen noch nicht beseitigt, kann sich leicht ein psychische Ungleichgewicht bis hin zur Krankheit entwickeln. Vorsicht ist deshalb eine Grundregel! Viele Fragen können durch intellektuelles Denken nicht beantwortet werden, sondern die Antworten ergeben sich nur aus der Praxis.

Nach meinem Wissen gibt es keine Gruppen von Schülern der Hermetik die einem Anfänger mehr geben könnten als in dem Buch „Der Weg zum wahren Adepten" beschrieben ist.

Für Ihre geistige Arbeit wünsche ich viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß

Dieter Rüggeberg


Wuppertal, 3. Februar 2002

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Sehr geehrter Herr K ....

zu Ihrem Schreiben vom 1.2.2002 ist noch grundsätzlich zu sagen, daß der Schüler versuchen muß, sich seine Fragen selbst zu beantworten. Wenn man unsicher ist, muß eben so lange studiert werden, bis die Unsicherheit verflogen ist. Bei den Steiner-Büchern fängt man am besten mit dem Titel „Theosophie" an. Es sollte jedenfalls so lange studiert werden, bis einem die Grundlagen theoretisch völlig klar geworden sind, und wenn man die Bücher hundertmal lesen muß.

Wer Angst hat, durch falsche Übungen Schaden zu erleiden, der muß eben so lange die Finger davon lassen bis er seine Angst überwunden hat. Dafür wird ja die Selbsterkenntnis in der Hermetik gefordert. Es ist ja niemand gezwungen irgendwelche Übungen zu machen. Der Elektro-Lehrling muß auch den Mut aufbringen mit Starkstrom umzugehen, sonst kann er eben kein Elektriker werden.

Mit freundlichem Gruß

Dieter Rüggeberg


Wuppertal, 7. September 2004
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Frage zur Gedankenbeherrschung
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Sehr geehrter Herr K....

zu Ihren Fragen habe ich Ihnen beigefügt unten einen Brief kopiert, den ich 2003 bezüglich ähnlicher Fragen geschrieben habe und der die grundlegenden Antworten enthält. Diesen Brief habe ich mit zwei anderen im Internet veröffentlicht.

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Wuppertal, 6. Oktober 2003
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Sehr geehrter Herr S.....,

zu ihrem Schreiben vom 24.9.03 kann ich nur kurz Stellung nehmen, weil ich sehr viel Arbeit habe und das Thema eigentlich eine größere Abhandlung verdient.

Meine kleine Tabelle umfaßt ja nur den groben Umriß eines ziemlich komplizierten und umfangreichen Studienthemas, wie Sie auch aus den Buchempfehlungen ersehen können.

Bezüglich der Quantitäten möchte ich nur darauf hinweisen, daß diese in den einzelnen Elementen sowohl auf die positiven als auch auf die negativen Eigenschaften wirken. Aus diesem Grund birgt jede übermäßige quantitative Elementestauung die Gefahr des psychischen Ungleichgewichtes, solange die groben negativen Eigenschaften oder Qualitäten des Charakters nicht beseitigt sind. In dieser Beziehung werden von Anfängern oft Fehler gemacht!
Die ersten und sich durch die ganze Ausbildung ziehenden Ziele sind die Beherrschung der Gedankenkontrolle und der Gedankenstille. Damit ist auch die Reihenfolge der Charakterarbeit festzulegen durch die Antworten auf die grundlegenden Fragen:

1. Welche meiner negativen Gedanken und Gefühle verhindern die Beherrschung der Gedankenstille und Gedankenkontrolle?

2. In welchen Charaktereigenschaften liegen die Ursachen für meine negativen Gedanken und Gefühle?

3. Welchen Versuchungen (Larven und Schemen) erliege ich gegen meinen Willen?

4. Welche Motive beherrschen meine Willensimpulse?

Wenn Sie herausgefunden haben, welche negativen Charaktereigenschaften hinter den Gedanken stehen, die Sie bei der Gedankenkontrolle und anderen magischen Arbeit stören, dann ergibt sich die Reihenfolge für die Umwandlung von selbst. Dann muß ein Gegner nach dem anderen niedergerungen werden.

Es muß dann aber noch festgelegt werden, welcher Gegner zuerst angegriffen werden soll, wobei die richtige Einschätzung der eigenen Willenskräfte im Verhältnis zum Gegner eine große Rolle spielt. Diese Einschätzung der eigenen Willenskräfte im Verhältnis zu den Gegnerkräften ist ein ziemlich schwieriges Kapitel. Es kann sehr ungesund sein, wenn ein Federgewicht gegen ein Schwergewicht antritt, deshalb ist hier große Gewissenhaftigkeit und Aufmerksamkeit geboten.

Es kommt somit nicht auf die gleiche Menge negativer und positiver Eigenschaften an, sondern nur darauf, welche konkreten negativen Gedanken, Larven, Schemen und Charaktereigenschaften den eigenen Willenszielen im Wege stehen.

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Noch ein paar Sätze zur Ergänzung.

Nach meiner Erfahrung müssen die Übungen der Gedankenkontrolle und Gedankenstille mit der Charakterschulung Hand in Hand gehen, um überhaupt elementare Erfolge verzeichnen zu können. Der Anfänger wird kaum verhindern können, daß sich unerwünschte Gedanken im Bewußtsein ausbreiten, insbesondere wenn sie mit gefühlsgeladenen Larven und Schemen (Stufe 6 „Der Weg zum wahren Adepten") verbunden sind.

Nach längerer Übung, was Jahre bedeuten kann, in Verbindung mit der Charakterschulung steigert sich die Aufmerksamkeit und Willenskraft so weit, daß die unerwünschten Gedanken bereits an der Pforte des Bewußtseins abgefangen und hinausgeworfen werden können, worauf sich Franz Bardon bezieht, wenn er davon spricht, daß unerwünschte Gedanken „energisch zurückgewiesen" werden sollen.

Natürlich spielt bei der Entwicklung auch die Lebensstellung eine große Rolle, denn die Herausforderungen des Lebens sind ja bei allen Menschen unterschiedlich, und demzufolge auch die individuellen Schwierigkeiten.

Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg

  Adresse: magie-info.de